Working-Out-Loud – Buzzword oder Konzept der Zukunft?

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Seit einiger Zeit gibt es eine neue Bewegung in der Arbeitswelt. Doch anders als der Name es vermuten lässt, ist Working-Out-Loud nicht als „Herausposaunen“ der eigenen Arbeit zu verstehen. Vielmehr wird das lang verfolgte Credo „Wissen ist Macht“ abgelöst von der Idee, Wissen zu teilen. Was dadurch gewonnen wird? Bewusste Arbeitsbeziehungen aufzubauen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Große Unternehmen setzen bereits auf die Methode

In Deutschland nutzen bereits viele große Unternehmen, darunter AUDI, BMW, Bosch, Continental, Deutsche Bank, Siemens und Telekom die Methode, um einen offeneren Austausch über Abteilungsgrenzen hinweg zu erreichen. Denn die heutige Arbeitswelt und der digitale Wandel verlangen neues Denken und moderne Arbeitsweisen. Auf viele offene Fragen gibt es keine fertigen Lösungen mehr – stattdessen sind diese nur zu finden, wenn sich Kollegen austauschen und auf Ideen kommen, an die vorher noch keiner gedacht hat. Doch wie lässt sich erreichen, dass Menschen offen und ohne Angst vorm Scheitern zusammenarbeiten? Hier kommt Working-Out-Loud ins Spiel. 

Die Prinzipien von Working-Out-Loud

Grundsätzlich verfolgt WOL die fünf Prinzipien Beziehung, Großzügigkeit, Sichtbarkeit, zielgerichtetes Verhalten und wachstumsorientiertes Denken. In regelmäßigen WOL-Zirkeln wird Wissen geteilt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Doch statt an einem gemeinsamen Thema zu arbeiten, bringt jeder Teilnehmer sein eigenes Ziel ein. So wird die eigene Arbeit sichtbar gemacht – aber in der Form, dass sie einen wertvollen Beitrag für das gesamte Netzwerk liefert. Jedes Mitglied richtet außerdem seinen Fokus darauf aus, welche Ressourcen benötigt werden und was man beitragen kann, um das jeweilige Ziel zu erreichen. Bei WOL geht es grundsätzlich immer darum, offen und neugierig an die Dinge heranzugehen und neue Möglichkeiten zu entdecken, die einen dem Ziel näherbringen.

Wie die Methode umgesetzt wird

Ausgehend von diesen Prinzipien trifft sich ein WOL-Zirkel mit drei bis fünf Personen virtuell oder persönlich einmal wöchentlich für eine Stunde, um gemeinsam an den jeweiligen Zielen zu arbeiten. Bei den Treffen, die insgesamt 12 Wochen lang stattfinden, führt ein Teilnehmer durch das Programm, ein anderer hat die Zeit im Blick. Für jede Woche gibt es festgelegte Übungen, gestartet wird mit einer persönlichen Zieldefinition. Während der gemeinsamen Wochen dreht sich dann alles darum, die für das Ziel bedeutsamen Netzwerke herauszuarbeiten und zu lernen, sinnvolle Beiträge in das Netzwerk einzubringen. Langfristig sollen die Übungen dazu beitragen, die festgelegten Prinzipien für die Teilnehmer zur Gewohnheit zu machen.

Entwicklung von Fähigkeiten für die moderne Arbeitswelt

Gerade in Unternehmen ermöglicht WOL einen interdisziplinären und transparenten Wissensaustausch zwischen einzelnen Teams und Abteilungen. Die Mitarbeiter lernen, offen und neugierig an Dinge heranzugehen, andere zu unterstützen aber auch mit Hilfe anderer Möglichkeiten zu entdecken, ein Ziel zu erreichen. Innerhalb der Zirkel erfahren die Teilnehmer außerdem, wie sie mit direktem Feedback umgehen können. In der Regel werden Mitarbeiter so automatisch mutiger, ihre Ideen einzubringen. Außerdem sorgt die Methode dafür, dass sich nicht nur jeder einzelne Mitarbeiter weiterentwickelt, sondern auch die anderen Kollegen inspiriert. Letztendlich zahlt dies auf Innovationen und neue Arbeitsmodelle in der gesamten Organisation ein. Das Ergebnis: agilere, hochvernetzte und digitale Unternehmen. 

Das Wichtigste in Kürze

Bleiben Sie auf dem Laufenden.

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