Welche Folgen die autonome Zukunft für uns hat (Teil 3)

Autonome Zukunft Teil 3

In welchen Ländern wird die autonome Vision als Erstes Realität? Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Für eine schöne neue Welt der „Autonomen“ ist aber vor allem die Politik mitverantwortlich. Denn sie muss die notwendige Infrastruktur bereitstellen, definieren, wie der Verkehr in Zukunft gehandhabt wird und welche Regularien getroffen werden.

Stellen Sie sich folgende Szenen im Straßenverkehr vor: Gehupe und Verkehrschaos, uneinheitliche Beschilderungen, unklare Geschwindigkeitsbegrenzungen. Diese Erlebnisse aus meinem letzten Aufenthalt in Griechenland sind kein Einzelfall und mit Sicherheit nicht nur ein griechisches Phänomen. Als Urlauber lassen sich solche Situationen mit einem Augenzwinkern gut ertragen. Doch aus der „autonomen Brille“ betrachtet, ist das eine Katastrophe. Verkehrschaos bedeutet Gift für das Konzept der autonomen Fahrzeuge, denn die Roboautos können nur basierend auf Struktur und Regeln funktionieren. Länder, in denen der Individualverkehr günstiger und der Staat nicht bereit ist, zu investieren, werden es in Zukunft schwer haben, beim autonomen Fortschritt mitzuhalten.

Heute schon an Morgen denken

Vermutlich wird es noch ein oder zwei Jahrzehnte dauern, bis der autonome Verkehr unsere Mobilität prägt. Doch die besten Voraussetzungen herrschen heute schon in liberalen Ländern wie Norwegen, Schweden, Dänemark oder den Niederlanden. In den Niederlanden zum Beispiel ist die Akzeptanz für Elektrofahrzeuge extrem hoch, es gibt eine große Dichte an Ladestationen und ein solides Telekommunikationsnetz. Wo „fährt“ Deutschland im Vergleich? Mit Sicherheit nicht auf der Überholspur. Ziemlich erstaunlich, dass gerade wir als „Automobilland“ beim Thema autonomes Fahren in der Forschung zwar stark sind, in der Praxis aber zurückbleiben.

Füßen still halten geht nicht!

Was braucht ein Land, um die Zukunftsvision in Städten Wirklichkeit werden zu lassen? Entscheidend ist eine gute Infrastruktur und ein Verkehrsnetz, das normiert, reglementiert und qualitativ hochwertig ist. Länder, die ein hohes Level an Standardisierung haben und außerdem liberal in ihrer Gesetzesänderung, wie die bereits genannten, werden in Zukunft eine Vorreiterrolle beim autonomen Fahren spielen. Die Niederlande beispielsweise richten ihre Infrastruktur bereits heute konsequent auf autonomes Fahren aus und lassen in großem Stile Testfahrten zu.

Insgesamt steht die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes im engen Zusammenhang mit der Bereitschaft für autonome Fahrzeugtechnologien. Auch Deutschland hat die Ressourcen, wir sollten unsere Innovationskraft endlich mehr für die Zukunft nutzen.

Schlechtes Netz? Keine autonomen Fahrzeuge.

Bislang gibt es kein flächendeckendes Funknetz in Deutschland. Das aber ist Grundvoraussetzung, denn selbstfahrende Autos tauschen riesige Datenmengen aus. Wir sollten also bereits heute technische Standards entwickeln und das Mobilfunknetz ausbauen. Solange kein hoher Sicherheitsstandard beim autonomen Fahren gewährleistet ist, wird es keine kulturelle Akzeptanz von autonomen Fahrzeugen geben. Fertig, aus.

Die Kommunen sind gefordert

Das autonome Fahren hat nicht nur Auswirkungen auf den Verkehr. Sondern auch auf den städtischen Raum haben – dazu zählen etwa Parkflächen oder Verkehrsstrukturen. Straßen und Straßenkreuzungen müssen deutlich verbessert werden, insbesondere wenn Fahrzeuge und Infrastruktur zunehmend vernetzt sind. Dadurch wird der Verkehr in den Ballungsräumen entzerrt und die Infrastruktur entlastet. Dieses Argument sollte jede Partei überzeugen.

Wir brauchen „echte“ Pilotprojekte

Einige Pilotprojekt zum autonomen Fahren gibt es schon, doch leider oft nur auf Sonderflächen. Viel wichtiger aber sind Tests im „echten“ Straßenverkehr, insbesondere auf den Bundes- und Autobahnen. Der flächendeckende Verkehr mit autonomen Fahrzeugen wird sich auf Fernstraßen leichter durchsetzen lassen, bevor eine Umsetzung auch im innerstädtischen Raum möglich werden wird. Schritt für Schritt können wir so der Zukunft näher kommen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.