Strategieberatung als Consultant für Unternehmen

Strategieberatung als Consultant

Eine auf die Ziele des Unternehmens abgestimmte und optimal implementierte Strategie ist die Basis für Erfolg – und das Werkzeug, mit dem Organisationen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil erreichen können. Da es eine große Herausforderung ist, diese zu formulieren und umzusetzen, beauftragen Unternehmen nicht selten externe Strategieberatungen.

Lange galt die Strategieberatung daher als Königsdisziplin innerhalb der Unternehmensberatung. Mittlerweile wird der klassische Ansatz im Zuge von agilen Methoden und digitaler Transformation allerdings häufig als nicht mehr zeitgemäß betrachtet. 

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, was Consulting im Bereich Strategie heute leisten muss, um Unternehmen zum Erfolg zu führen und welche Anforderungen an Consultants und deren Aufgabenfelder geknüpft werden.  

 

Was ist eine Strategieberatung?

Die Strategieberatung ist ein Teil der Unternehmensberatung und unterstützt Organisationen dabei, ihre strategischen Fragestellungen zu klären. Consultants prüfen wichtige Bereiche wie Organisation, Führung oder Marketing und helfen dem Top-Management, Gebiete mit Potenzial und/oder Problemen zu optimieren und zum Erfolg zu führen. 

Dabei werden gegenwärtige Konzepte sowie Maßnahmen analysiert, interpretiert und im Anschluss weiter- oder neu entwickelt. So kann das Consulting auch die Gestaltung neuer, innovativer Geschäftsmodelle umfassen. Strategieberatung hat daher immer sowohl einen analytischen also auch einen kreativen Anteil. 

Der Arbeitsbereich von Strategieberatern kann sich auf das Gesamt-Unternehmen beziehen (Unternehmensstrategieberatung), auf Geschäftsfelder (z. B. Produkt- und Marktstrategien) oder auf spezielle Funktionen (z. B. Vertriebsstrategien). 

Das macht bereits deutlich: Die Felder, in denen Consultants tätig werden, sind sehr vielfältig, die Branche ist stark segmentiert. So gibt es neben großen, namhaften Gesellschaften wie McKinsey & Company oder Roland Berger auch immer mehr Einzelberater und kleine Teams.

Welche Formen der Strategieberatung gibt es?

In Deutschland gliedert sich die Branche in folgende Bereiche:

  • Strategieberatung: Strategieberatungen arbeiten vor allem mit kleinen Teams, deren Mitarbeiter zu den besten ihres Jahrgangs gehören. Praktische Erfahrungen und die Bereitschaft zu hohem Arbeitseinsatz von 60-90 Stunden die Woche sind Voraussetzungen für die Einstellung im Bereich Consulting und einer Karriere als Berater.
  • Full-Service-Beratungen: Full-Service-Beratungen sind häufig aus IT-Firmen oder Wirtschaftsprüfungen entstanden und bieten ein breites Spektrum an Leistungen. Häufig führen sie eine lange Partnerschaft mit ihrem Klienten, arbeiten in großen, internationalen Teams und übernehmen ganze Dienstleistungs- und Verwaltungsbereiche.
  • Boutiquen bzw. kleine Beratungen: Sie sind auf eine bestimmte Funktion oder Branche spezialisiert, arbeiten in kleinen Teams und eher selten international. Die Mitarbeiter haben häufig langjährige, spezifische Berufserfahrung und überzeugen durch einen hohen Personal Fit – die persönliche Arbeitsatmosphäre ist ein besonderes Merkmal der Boutiquen.
  • Inhouse Beratung: Unternehmensinterne Beratungen werden mittlerweile vermehrt eingesetzt, um Kosten zu sparen und die Expertise nach „innen“ zu holen. 
 

Warum sollte man eine Strategieberatung in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich gibt es zwei Ziele, weshalb Unternehmen auf Consulting im Bereich strategische Entwicklung setzen: 

  1. Streben nach Wachstum
  2. Verbesserung der Wettbewerbsposition

Die Strategie gibt den Plan vor, der dazu führt, dass diese übergeordneten Ziele erreicht werden können. Ob ein neues Produkt entwickelt, ein neuer Markt erschlossen oder sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert werden soll – nur eine optimal auf die Ziele und Herausforderungen der Organisation angepasste Strategie führt das Unternehmen langfristig zum Erfolg. 

Im Zentrum der Strategie-Entwicklung stehen dabei folgende Fragen:

  • Was sind wir heute?
  • Was wollen wir sein?
  • Wie können wir das erreichen?

Die Antworten auf diese Fragen zu finden, ist Aufgabe der Strategieberatung, die entweder extern beauftragt oder von internen Führungskräften bzw. einer Inhouse Beratung übernommen werden kann. Allerdings reichen intern die Kompetenzen und Ressourcen häufig nicht aus, um diese wichtigen Fragestellungen zu klären, Informationen zu sammeln und alle erforderlichen Schritte zu implementieren.

Interne oder externe Strategieberatung?

Damit ein Unternehmen nachhaltig wachsen und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz erreichen kann, muss der Status quo kritisch betrachtet werden. Das bedeutet auch: Alle Routinen und Konzepte sollten hinterfragt werden, damit neue, unkonventionelle Wege gegangen werden können. Kurzum: Über den Tellerrand zu blicken, ist die Basis für eine erfolgreiche Strategie.

Gerade deshalb stellen Unternehmensleitungen häufig externe Strategieberatungs-Agenturen ein. Diese stecken nicht tief in internen Strukturen und können daher viel leichter eine neutrale Perspektive einnehmen und objektiv unterstützen.

Natürlich hat eine externe Strategieberatung nicht nur Vorteile. Da Consultants weder in Geschäftsprozesse involviert sind, noch Führungsarbeit übernommen haben, haben sie häufig den Ruf, nur mit Konzepten zu glänzen, die in der Realität aber nicht leicht umsetzbar sind. 

Externe Berater müssen also nicht nur auf dem Papier gut arbeiten können, sondern auch intern tief einsteigen, Kontakt suchen und Mitarbeiter, Partner sowie Führungskräfte verstehen. Nur so kann Strategieberatung, Umsetzung und Führung nachhaltig miteinander verknüpft werden. Gleichzeitig sind sowohl spezifische Fach- und Branchenkenntnisse als auch breite strategische Kompetenzen nötig, die häufig nur geschulte Berater mit langjähriger Berufserfahrung mitbringen können.

Vorteile einer externen Strategieberatung

Eine gute Beratungsleistung ist objektiv, fundiert und mutig. Daher lassen sich folgende Aspekte als Vorteile einer externen Strategieberatung hervorheben:

 

  • Neutralität: Jede Veränderung im Unternehmen bedeutet auch eine Veränderung der Machtverhältnisse. Natürlich möchten die wenigsten Führungskräfte ihre eigene Position schwächen. Das führt unter Umständen dazu, dass interne Führungskräfte eigene Vorteile nicht außer Acht lassen können. Externe Berater haben kein Bedürfnis danach, ihre Position innerhalb der Organisation zu stärken, sondern fokussieren lediglich den Erfolg des Unternehmens. Sie können objektiv verschiedene Möglichkeiten ausloten und zwischen verschiedenen Meinungen und „Lagern“ differenzieren.
  • Mut zur Veränderung: Wer bereits jahrelang im Unternehmen gearbeitet hat, erkennt womöglich weder kleine Schwachstellen oder Potenziale bzw. hat Schwierigkeiten damit, Chancen zu ergreifen, zu priorisieren und umzusetzen. Oder: Führungskräfte möchten schlichtweg nicht unangenehm beim oberen Management auffallen und behalten deshalb den „alt bewährten“ Weg bei. Externe haben damit kein Problem: Sie werden extra dafür eingesetzt, Informationen zu sammeln, diese zu überprüfen, Routinen zu verändern, anders zu denken – und bringen dabei stets den frischen Blick von außen mit.
  • Kernkompetenz: Externe Strategieberater sind genau darauf spezialisiert, aus einem Unternehmen das Bestmögliche rauszuholen. Im Idealfall können sie auf viel Erfahrungen und „best practices“ zurückgreifen. 

Was ist der Unterschied zwischen Corporate Strategy und Business Strategy?

Je nach Unternehmensbereich gibt es verschiedene Aufgaben, die ein Consultant übernehmen muss. Daher ist es wichtig, dass er oder sie – je nach Strategieebene – die geforderten Kenntnisse und Erfahrungen mitbringt. Im Prinzip kann dabei zwischen der gesamten Unternehmensstrategie (Corporate Strategy) oder einer bestimmten Geschäftsstrategie (Business Strategy) innerhalb des Unternehmens unterschieden werden. 

Was umfasst die Unternehmensstrategie (Corporate Strategy)?

Die Unternehmensstrategie findet auf oberster Ebene des Unternehmens statt. Sie ist der langfristige Plan, um die übergeordneten Ziele eines Unternehmens zu erreichen. 

Aus der Unternehmensstrategie leiten sich alle weiteren Aktivtäten ab, z. B. mit welchem Geschäftsmodell gearbeitet wird. Das bedeutet auch, dass im besten Fall aus der Unternehmensstrategie diverse Teilstrategien formuliert werden. Diese können sich auf Produkte, Marktsegmente, Finanzen, Forschung oder Entwicklung beziehen. 

Folgende Aufgaben übernimmt der/die Berater/in auf dieser Ebene des Jobs:

 

  1. Strategic Intent: Vision und Grundwerte eines Unternehmens ausarbeiten.
  2. Ziele: Übergreifende Unternehmensziele formulieren und quantifizieren.
  3. Geschäftsportfolio: Geschäftsfelder auswählen und gewichten.
  4. Unterziele: Ziele und Mission für die verschiedenen Geschäftseinheiten in einem Unternehmen definieren.
  5. Geschäftsstrategien: Individuelle Strategien für die einzelnen Einheiten entwickeln bzw. prüfen.
  6. Allocation of Resources: Mittel auf Geschäftseinheiten aufteilen. 

Wichtige Aufgabenfelder der Consultants sind dabei:

  • Analyse von Trends, Diskontinuitäten, Portfolio und Management
  • Szenarienentwicklung für Branche und Umfeld
  • Bewertung von internen Kernkompetenzen
  • Management von Werten, Allianzen, Übernahmen etc.

Was umfasst die Geschäftsstrategie (Business Strategy)?

Die Geschäftsstrategie bezieht sich auf selbstständig arbeitende Geschäftseinheiten innerhalb eines Gesamtunternehmens. 

 

Folgende Aufgaben übernimmt der/die Berater/in auf dieser Ebene des Jobs:

  1. Positionierung: Die entsprechende Geschäftseinheit erfolgreich im Wettbewerbsumfeld platzieren.
  2. Marksegmente: Die Ebenen auswählen, die bearbeitet werden sollen.
  3. Strategische Möglichkeiten definieren und bewerten.
  4. Geschäftsstrategien formulieren und auswählen.
  5. Interne Wertschöpfung: Definieren, was es braucht, um den Plan umzusetzen.
  6. Feasibility Study: Prüfen, ob das Vorhaben machbar ist.
  7. Business Plan: Ergebnisse im Zeitablauf darstellen und quantifizieren.
  8. Aktionspläne: Detaillierte Pläne ausarbeiten.

Wichtige Aufgabenfelder des Consultants sind dabei:

  • Analyse der Trends und Technologien in der Branche
  • Bewertung der Marktkräfte innerhalb der Branche, z. B. Nachfrage, Lieferanten, Wettbewerber etc.
  • Beurteilung des Produktlebenszyklus 
 

Nicht zu vergessen – die funktionale Strategie!

Zusätzlich gibt es noch eine dritte Ebene der funktionalen Strategie. Sie ist zwar der Unternehmens- und Geschäftsstrategie nachgeordnet, kann aber gleichermaßen wichtig werden, wenn es darum geht, die Voraussetzung für Neuentwicklungen und Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Funktionale Strategien beschäftigen sich vor allem mit der Optimierung von Produktivität und Effizienz sowie der Reduktion vom Kosten, um nachhaltiges Wachstum zu erreichen.

Wie sieht die Beratung aus?

Kein Projekt gleicht dem anderen. Deshalb sind die tatsächlich anstehenden Aufgaben sehr unterschiedlich, je nachdem in welcher Phase der Beratung und in welcher Branche sich der Consultant bewegt. Meetings und Präsentationen bzw. der Kontakt zu wichtigen Stakeholdern stehen häufig an der Tagesordnung.

In der Regel findet die Projektarbeit von Montag bis Donnerstag beim Kunden vor Ort statt. Freitags – oder an einem Tag in der Woche – wird im Home-Office gearbeitet, das heißt am Standort des Beratungsunternehmens oder am Wohnort. Auch wenn Anforderungen, Branchen und Zeithorizonte stets variieren, folgen Beratungsprojekte generell einem ähnlichen Grundablauf. 

In der Strategieberatung lassen sich folgende Kernaufgaben und Phasen definieren:

  1. Analyse
  2. Strategieentwicklung
  3. Strategieimplementierung

Die Analysephase – Strategiebewertung (Strategic Review)

Zunächst analysiert der Berater die Ist-Situation und die Problemlage des Unternehmens und sammelt entsprechende Informationen, die ihm dabei helfen, den Status Quo zu beurteilen. Genau betrachtet, werden vor allem die Wettbewerbsposition, das Umfeld sowie interne und externe Prozesse.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen folgende Fragen: 

  • Was will der Kunde in der Zukunft erreichen?
  • Welche Kompetenzen sind dafür vorhanden?
  • Welche Fähigkeiten braucht das Unternehmen zusätzlich, um die eigene Position im Wettbewerb zu festigen bzw. weitere Vorteile erschaffen zu können und zu wachsen?

Dabei werden vor allem auch gegenwärtige Strategien dahingehend geprüft, ob diese realistisch dafür geeignet sind, die Unternehmensziele zu erreichen. 

Die Strategieentwicklung

Als zweiter Schritt folgt die Phase der kreativen Problemlösung. Auf Grundlage der vorherigen Erkenntnisse, wird nun der Zustand konzipiert, in dem sich das Unternehmen in naher Zukunft befinden soll. 

Auf Basis dieses Ziels werden innerhalb eines Projektteams verschiedene Lösungen erarbeitet und bewertet. Im Anschluss entscheidet das Team gemeinsam mit der Unternehmungsleitung, welcher Ansatz verfolgt wird und verfeinert das Konzept so weit, dass es umgesetzt werden kann.  

Die Strategieimplementierung

Nun wird aus Theorie Praxis. Der Plan muss in konkrete Maßnahmen übersetzt werden, die von den Mitarbeitern umgesetzt werden können. Grundsätzlich helfen Berater an dieser Stelle dabei, die Maßnahmen auszuwählen, die zur Erreichung der Ziele notwendig sind, und diese innerhalb des Unternehmens zu kommunizieren. 

Die Aufgabe der Strategieberatungen können an dieser Stelle sehr unterschiedlich sein. Sie können die Rolle der Begleitung übernehmen, z. B. als Projektleitung, oder auch aktiv unterstützen und Umsetzungsverantwortung übernehmen. Wichtig ist es, alle Mitarbeiter an dem Prozess zu beteiligen, um die Akzeptanz der Maßnahmen zu gewährleisten und die Motivation zu fördern. 

Wie geht es nach der Umsetzung weiter?

Das Problem ist gelöst, der Wettbewerbsvorteil erreicht, das Unternehmen wächst. Nun ist es wichtig, diesen Wettbewerbsvorsprung zu halten – und zwar nicht, in dem sich an diesen geklammert wird, sondern indem die eigene Position stehts kritisch hinterfragt und sich immer wieder neu ausgerichtet wird. 

Denn Fakt ist: Märkte verändern sich stetig und sprunghaft. Neue Technologien werden entwickelt, Gesetze treten in Kraft, Märkte sind gesättigt. Und auch intern kann sich vieles wandeln, wenn Patente auslaufen oder Fusionen stattfinden. Da intern häufig die Ressourcen fehlen, um die strategische Entwicklung kontinuierlich zu betreuen, ist eine externe Strategieberatung für viele Unternehmen von Vorteil.  

Was ist der Unterschied zwischen Managementberatung und Strategieberatung?

Im Prinzip gibt es keine klare Abgrenzung zwischen Managementberatung und Strategieberatung. Eher ist die Strategieberatung ein Teil der Managementberatung. Die Managementberatung beschäftigt sich mit der Problemstellung des Managements und berät diese unabhängig. Zu den zu beratenden Organisationen können auch Regierungen oder Behörden gehören.

Folgende Themenfelder gehörten zu den Beratungsschwerpunkten:

  • Organisation (Kosten, Prozesse etc.)
  • Strategie (z. B. Wachstumsstrategie)
  • Führung (Personalentwicklung, Unternehmenskultur etc.)
  • Produktion (z. B. Produktivitätssteigerung)
  • Logistik (Steigerung der Effizienz, Supply Chain Management)
  • Marketing (Produkt, Vertrieb, PR etc.)
 

Was sind typische Beratungsaufgaben?

Beratungsprojekte sind vielschichtig. Strategieberater müssen für jedes Problem die optimale Lösung präsentieren können – ob es sich um einen Markteintritt, eine Fusion oder die Rettung eines Projektes handelt. Das erfordert ein breites Spektrum an Expertise.

Da die Strategie eines Unternehmens immer auf die Zukunft ausgerichtet ist, müssen Berater Märkte und Rahmenbedingungen verstehen und eventuellen Veränderungen im Blick behalten und einbeziehen. 

In intensiver Kooperation mit der Unternehmensleitung und Führungskräften erarbeiten Consultants einen Plan, der von maßgeblicher Bedeutung für das Unternehmens sein wird, meist unter hohem zeitlichem Druck. Zusätzlich werden Strategien nicht nur extern beeinflusst, sondern auch maßgeblich vom internen Umfeld bestimmt. Die Strategieberatung muss all diese Komponenten betrachten. Daraus leiten sich unterschiedliche Aufgabenstellungen ab.

Ausgangslage, Ziele und Aufgabenstellung verstehen

Die Unternehmensleitung (z. B. der Aufsichtsrat) gibt ein ambitioniertes Ziel vor, das vom Management und/oder der Strategieberatung in eine umsetzbare Strategie übersetzt werden muss. Daher steht an erster Stelle, die Aufgabenstellung zu durchdringen. Dies geschieht durch folgende Schritte:

Persönliche Gespräche und Analyse vor Ort

Die Beratungsleistung umfasst viele persönliche Gespräche mit Führungskräften und Mitarbeitern, um Fakten zu klären und Fehler zu finden. Der Consultant setzt sich mit Mitarbeitern verschiedenster Bereiche zusammen und stellt gezielte Fragen, die sich um das Problem drehen: 

Warum verzögert sich der Bau? Wieso sind die Kosten in die Höhe geschnellt? Warum gibt es Engpässe bei der Lieferung? 

Darüber hinaus werden erste Aussagen zu Chancen getroffen: Welche Märkte wachsen? Wo gibt es Möglichkeiten auf Anteile im Markt? Mit welchen Produkten können neue Segmente erschlossen werden? 

Wichtig ist, dass bereits in dieser Phase eine Zusammenarbeit zwischen Consultant und Klient stattfindet. Nur so kann sichergestellt werden, dass es sich um die gleiche (Fakten-) Basis handelt. All diese Aufgaben lassen sich am besten vor Ort übernehmen. Consultants müssen daher über eine hohe Teamfähigkeit verfügen, um Vertrauen und Akzeptanz zu schaffen und die erarbeiteten Strategien letztlich umsetzen zu können. 

Strukturierung des Problems und Entwicklung von Hypothesen

Auf Basis der Fakten ist es nun Aufgabe des Consultants, die Hebel zu finden, die zu Wettbewerbsvorteilen und Wachstum verhelfen könnten. Darauf aufbauend werden durch den Austausch zwischen Consultant und Klient erste Hypothesen entwickelt, die zur Erreichung der Ziele führen können. Diese Hypothesen sollten dann mit wichtigen Stakeholdern kritisch hinterfragt und optimiert werden.  

Testen der Hypothesen

Durch Interviews und Datenauswertungen werden die Hypothesen getestet: Gibt es Kundengruppen, die darüber hinaus erreicht werden könnten? Stehen alle Vertriebskanäle zur Verfügung? Wie entwickelt sich der Markt? Durch diese Daten und Fakten lässt sich die Wachstumschance der Hypothese überprüfen und weiter verfeinern. 

Entwicklung von Szenarien und Entscheidungen vorbereiten

Nun werden verschiedene Hypothesen kombiniert und simuliert, um Chancen und Risiken der Szenarien abschätzen zu können. So wird deutlicher, ob die Strategie wirklich dazu führen kann, das ambitionierte Ziel der Unternehmensleitung zu erreichen. 

Der gesamte Prozess muss gut dokumentiert, die Erkenntnisse gesammelt und für die Entscheidung vorbereitet werden. Im Anschluss präsentiert der Consultant die überprüften Hypothesen und moderiert die finale Entscheidungsfindung.

Planung der Implementierung

Jetzt geht es darum, die Theorie in konkrete Schritte fließen zu lassen und alle bedeutenden Stakeholder mit an Bord zu holen. Ein detaillierter Maßnahmenplan sorgt dafür, dass jedem Mitarbeiter klar ist, was zu tun ist. Nur so kann das übergeordnete Ziel erreicht werden. 

Dabei werden alle erforderlichen Bereiche einbezogen und der Consultant erarbeitet detaillierte Pläne zur Umsetzung:

  • Welche Aufgaben werden von wem übernommen?
  • Wann werden welche Produkte geliefert?
  • Welche Werbung muss wann eingesetzt werden?

Gleichzeitig bietet die Strategieberatung häufig auch Gespräche oder Teamtrainings an, um alle Mitarbeiter in den Prozess zu involvieren.

 

Abschließende Worte

Die Branche der Strategieberatung befindet sich im Wandel. Um eine Strategie gezielt zu entwickeln, müssen Consultants auf der einen Seite zu klarem Handeln bereit sein und gleichzeitig ein breites Spektrum an Erfahrungen und Fach- bzw. Branchenkenntnissen mitbringen. 

Viele Unternehmen haben bereits eigenständig das nötige Wissen über Kunden, Märkte und interne Kompetenzen entwickelt. Die klassische Analysearbeit von Consultants ist daher weitestgehend veraltet, besonders, weil diese vermehrt durch technische Tools abgelöst wurde (Stichwort: Big Data).

Gleichzeitig ist Strategieberatung nicht mehr auf die Erarbeitung von Strategien zu beschränken. Die Umsetzung der Konzepte spielt eine immer größere Rolle. Hier ist hohe Kompetenz auf Seiten der Consultants gefragt, das heißt, spezifische Lösungen zu erarbeiten, die sich umsetzen lassen. Messbare Erfolge in einem planbaren Zeitrahmen zu erreichen, lautet hier die Anforderung. Zusätzlich wird von der Strategieberatung gefordert, konkreter und nachhaltiger zu agieren. 

Digitaler Umbruch

Dies hat sich durch die Digitalisierung und daraus resultierende dynamische sowie komplexe Marktverhältnisse weiter verfeinert. „Consulting 4.0“ ist in aller Munde: Strategieberatung muss sich mit digitalen Prozessen und Daten beschäftigen. Technologisches Wissen im Hinblick auf digitale Geschäftsmodelle, Analyse-Tools und Big Data ist heute ein Muss. Die stetige Weiterentwicklung auf diesen Gebieten unabdingbar. 

Dies erfordert, dass klassische Konzepte angepasst werden. Im besten Fall werden digitale wie kreative Ressourcen mit spezifischen Fachkenntnissen und Wissen über die Branchen kombiniert und agile Entwicklungsmethoden angewandt. 

Kleine Strategieberatungen auf dem Vormarsch

Insbesondere kleine Ableger von großen renommierten Strategieberatungen oder selbstständige Berater können durch spezialisierte Ansätze und eine agile Arbeitsweise glänzen und gleichzeitig auf ihren umfassenden Erfahrungsschatz zurückgreifen. Das macht sie für Unternehmen besonders interessant. 

Häufig erarbeiten sie gemeinsam mit dem Kunden die Stoßrichtung aus, beziehen alle Stakeholder ein und fördern durch den stetigen Kontakt Kommunikation, Akzeptanz und Motivation gleichermaßen. 

Außerdem belgeiten kleine Strategieberatungen oft langfristiger, das heißt über die analytische und entwickelnde Maßnahme hinaus. Dies kann in Form von Controlling des Fortschritts oder einer Sparrings-Partnerschaft erfolgen. Viele große Unternehmen schätzen diesen integrierten Ansatz, da so sichergestellt wird, dass die erarbeitete Strategie auch wirklich im Unternehmen implementiert wird.  

Häufige Fragen und Antworten

Fachwissen in allen erforderlichen Bereichen

Es wurde bereits deutlich: Strategieconsultants brauchen Kenntnisse in unterschiedlichsten Bereichen. Dazu gehören neben betriebswirtschaftlichen vor allem auch analytische und konzeptionelle Fähigkeiten, die stetig ausgebaut werden müssen. 

Flexibilität und sicheres Auftreten

Ein Consultant muss stets den richtigen Weg finden, um dem Unternehmen zum Erfolg zu helfen. Daher braucht er oder sie exzellente analytische Fähigkeiten, um sich schnell in neue Sachverhalte hineindenken zu können, komplexe Probleme zu strukturieren, Modelle zu entwickeln und dabei alle (zukünftigen) Rahmenbedingungen im Blick zu behalten. 

Häufig werden mehrere Projekte gleichzeitig betreut und Anforderungen können sich schnell ändern. Persönliche Reife, ein sicheres Auftreten und Stressresistenz sind für diese Aufgabe unabdingbar. Die meisten Projekte sind nämlich sowohl zeitkritisch als auch unvorhersehbar. Consultants müssen immer die Ruhe bewahren und allen Stakeholdern ein sicheres Gefühl vermitteln. 

Ein hohes Maß an Flexibilität und keine Scheu vor hohem Arbeitseinsatz sind deshalb die Voraussetzung, um als Consultant erfolgreich arbeiten zu können. 

Kommunikationsstärke und Führungsfähigkeiten

Da Consultants auch unbeliebte Maßnahmen vermitteln können müssen, stellen Strategieberatungen nur Consultants ein, die überzeugungsstark, redegewandt und schlagfertig sind. Gleichzeitig muss er oder sie gut zuhören können, um Probleme zu identifizieren und optimale Entscheidungen treffen zu können.  

Eine gute Kommunikationsfähigkeit ist neben herausragender Fachkompetenz und einem starken Selbstbewusstsein die Basis, um einen guten Beraterjob zu übernehmen. 

Personal fit

Aufgrund der intensiven Arbeitszeiten, die häufig auch im Büro des Klienten verbracht werden, ist es wichtig, dass Consultant und Team zueinander passen. „Personal Fit“ wird daher immer wichtiger – eine gute, persönliche Arbeitsatmosphäre für das Gelingen des Projektes unumgänglich.

Auf einen Blick:

Weitere, wichtige Kompetenzen, die ein Consultant in der Strategieberatung mitbringen sollte, sind:

  • Kreativität
  • Entscheidungsfreude und Mut zur Veränderung
  • Fähigkeit, zu organisieren und zu strukturieren
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Motivation und Neugier
  • Ausgeprägtes Zahlenverständnis, um Probleme zu erkennen und Lösungen zu entwickeln

Was sind Voraussetzungen, um als Consultant arbeiten zu können?

Um eine Karriere als Strategieberater anzustreben, braucht es zwingend einen sehr guten Universitätsabschluss, bestenfalls im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, im Ingenieur-Bereich oder den Naturwissenschaften. 

Häufig wird der Masterabschluss gefordert, Bachelor reicht nur selten aus. Wer einen Doktortitel oder einen MBA hat, ist klar im Vorteil gegenüber anderen Bewerbern. Er oder sie kann schnell in höheren Positionen bei namhaften Beratungsunternehmen einsteigen und einen der begehrten Jobs ergattern. 

Gleichzeitig müssen Consultants diverse Praktika vorweisen können. Praktikanten sowie Trainees haben häufig die Chance, direkt Jobs im Unternehmen zu erhalten, in dem sie sich bereits bewiesen haben. Viele Unternehmen bieten bis zu 18-monatige Trainee-Programme an, in der angehende Consultants alle erforderlichen Bereiche durchlaufen und sich Fachwissen aneignen. 

Englisch auf Businessniveau ist eine weitere Voraussetzung, die Strategieberatungen stellen, da Consultants häufig mit internationalen Unternehmen zusammenarbeiten. 

Generell ist es gut, wenn der Abschluss zum Klienten und der Branche passt, denn das Top-Management vertraut Experten eher als Branchenfremden. 

Wie viele Stunden arbeiten Strategieberater im Durchschnitt?

Wer eine Karriere als Consultant anstrebt, muss sich auf einen hohen Workload und zahlreiche Geschäftsreisen einstellen. 60-90 Stunden pro Woche sind keine Seltenheit. Dabei werden häufig vier Tage die Woche beim Klienten verbracht, und ein Tag im Büro bzw. im Home-Office. Sie sind auf der Suche nach einer Unternehmensberatung in Hamburg oder haben weitere Fragen? Kontaktieren Sie mich gern.
Das Wichtigste in Kürze

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