Spielen die großen Autobauer bei der Elektromobilität der Zukunft nur eine Nebenrolle?

Elektromobilität der Zukunft

Es gibt ein Unternehmen außerhalb der Automobilbranche, das den traditionellen Autobauern in Zukunft zur ernsthaften Konkurrenz werden kann. Denn Amazon hat das Potenzial, die Nummer 1 beim Thema Mobilität und Transport der Zukunft zu werden. Dabei geht es nicht um individuelle Personenfahrzeuge, sondern vielmehr um das autonome Fahren in urbanen Umgebungen: Reine Shuttles ohne Fahrer, die ich als Kunde buchen kann, die mich abholen und zu meinem Ziel bringen.

Klingt nach einer gewagten Hypothese? Keine Frage, der Sprung von einem Online-Händler und Clouddienstleister zu einem Autobauer scheint gigantisch. Doch es gibt Gründe, die für diese Idee sprechen:

Amazon macht aus Kostenfaktoren eigene Einnahmequellen

Das Unternehmen hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass es auch in neuen Märkten eine ernstzunehmende Konkurrenz werden kann. Bestes Beispiel dafür ist die Amazon Cloud: Als Onlineshop war Amazon selbst Cloud-Kunde, der eine riesige Menge an Rechenleistung benötigte. Dann haben sie ihre eigene Hosting-Dienstleistung aufgebaut und aus dem Kostenfaktor eine Einnahmequelle gemacht. Mit der Cloud kann Amazon nicht nur die eigenen Rechenkapazitäten abdecken, sondern diese auch anderen zur Verfügung stellen. Diese Einnahmen machen mittlerweile den größten Teil des Umsatzes aus.

Amazon hat bereits Herstellercharakter

Schon heute ist Amazon aus seiner Nische als Online-Händler herausgewachsen und verkauft seine Basic-Produkte – vom Handyzubehör bis zu Küchengeräten –zu einem günstigen Preis und zu einer sehr guten Qualität. Damit zeigt das Unternehmen die Fähigkeit, auch physische Produkte in die Tat umzusetzen und das Thema Fertigung „Inhouse“ abzuwickeln.

Amazon kann mit einer eigenen Flotte die gesamte Lieferkette abdecken

Bei der Frage nach der Elektromobilität der Zukunft kommt den Meisten direkt der Name Tesla in den Sinn. Aber auch Dyson oder Apple werden in Zukunft vermutlich eine wichtige Rolle spielen. Doch diese Unternehmen sehen das Fahrzeug als klare Designobjekte, um Privatpersonen eine Alternative zu herkömmlichen Fahrzeugen zu bieten. Amazon wird damit nicht in Konkurrenz treten und sich nur auf den Transport konzentrieren – dabei steht die reine Funktion und der Sharing-Gedanke im Vordergrund. So kann das Unternehmen ein weiteres Thema für sich lösen: Wenn Amazon eine autonome Flotte im urbanen Raum besitzt, haben sie auch die letzte Meile als Zusteller in der Hand und können noch schneller und effektiver ihre Pakete an den Kunden bringen. Gleichzeitig hätten sie eine neue Einnahmequelle und Querfinanzierung geschaffen. Klingt innovativ? Ist es eigentlich nicht. Denn schon heute transportieren Linienflugzeuge neben den Passagieren auch Waren im Frachtraum und schaffen dadurch zusätzliche Einnahmen.

Amazon denkt immer vom Kunden aus

Wer schon einmal ein Paket an Amazon zurückgeschickt oder reklamiert hat, wird bestätigen können: Das Unternehmen hat seinen Kundenservice perfektioniert. Keine Diskussionen, stattdessen klarer Fokus auf die Bedürfnisse der Kunden. So wird Amazon auch beim Thema Mobilität vorgehen und das Auto vom Kunden her denken, um deren Bedürfnisse optimal zu befriedigen. Es ist außerdem als Indiz zu verstehen, dass VW vor kurzem seine strategische Partnerschaft mit Microsoft besiegelt hat, um eine eigene „Automotive Cloud“ zu bauen, statt eine Lösung wie AWS zu nutzen. Die Hoheit über die eigenen Daten sollte möglichst keinem potenziellen Konkurrenten in die Hände fallen. Wir werden mit Sicherheit in Zukunft Zeugen davon werden, wie Amazon-Fahrzeuge als Taxiersatz durch die Gegend fahren und gleichzeitig unsere Pakete von A nach B transportieren.
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