Consulting 4.0: Was die Digitalisierung für heutige Berater bedeutet

Consulting 4.0

Consulting 4.0 – Digitalisierung von Beratungen

In meiner täglichen Praxis erlebe ich es immer wieder: Unternehmen stehen heute vor enormen Herausforderungen angesichts der Digitalisierung und sie brauchen Strategien und Lösungen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Unternehmensberater kennen die unterschiedlichsten Managementstrategien und Konzepte. Aber sie müssen sich auch mit Industrie 4.0 und digitaler Transformation auskennen. Das heutige Zeitalter hat die Form dieser Beratertätigkeit grundlegend verändert. Vor welchen Herausforderungen wir stehen, will ich anhand des Buzzwords Consulting 4.0 erklären.

Was ist Consulting 4.0?

Produktion der Zukunft, digitale Transformation, Big Data, Datenschutz – eine grundlegende Revolution hat sämtliche Branchen an den unterschiedlichsten Schnittstellen erfasst und dramatisch verändert. Wachstum und Effizienzsteigerung hängen immer stärker von neuen Technologien ab, die sich laufend weiterentwickeln.

Wie können Klienten E-Business, Web 2.0 oder auch agile Methoden in ihre Arbeitsprozessen einbinden? Hier kommen Consultants ins Spiel. Denn diese unterstützen mithilfe von Strategie-, Organisations- Prozess- und IT-Beratung, um Neuerungen für Produktion, Einkauf, Marketing & Vertrieb sinnvoll anzuwenden.

Bisher verfügten Consultants immer über fundierte Expertenkenntnisse. Doch genau das ist heute über Smartphones, Tablet & Co jederzeit abrufbar. Amazon, Apple, Facebook, SAP und vor allem Google verfügen über exzellente Daten, die früher nur durch aufwändige Recherche gesammelt werden konnten. Ein Kunde kann beispielsweise über Suchanfragen schnell herausfinden, wie sich das von ihm produzierte Fahrzeug über Monate hinweg verkauft.

Wurden bei Fachfragen früher noch externe Berater beauftragt, so sind die Antworten heute über Wikis und Web 2.0 deutlich einfacher zu finden. Das ersetzt zwar keinen qualifizierten Consultant, aber Organisationen sind heute generell besser informiert – was den Consultant vor eine zunehmende Herausforderung stellt und auch hier einen Veränderungsprozess eingeleitet hat.

Was kam vor Consulting 4.0?

Viele Beratungshäuser rekrutierten ihre Consultants früher vor allem nach Lebenslauf. Es ging weniger um Kreativität als um Leistung. Und die Berater verfügten über eine gradlinige Laufbahn, Top-Zeugnisse von Spitzen-Universitäten und ein adrettes Auftreten. Doch das reicht nicht mehr aus. Den Beratern geht das “Herrschaftswissen” aus, die analytische Kompetenz überzeugt nicht mehr ausreichend.

Denn in Zeiten der Globalisierung, wenn Märkte immer weiter zusammenwachsen und der Handel die Landesgrenzen verlässt, braucht es Kommunikatoren, die über Eigenschaften verfügen, die heute überlebenswichtig sind: Teamfähigkeit, Empathie und Weltoffenheit.

 

Was führte zum Consulting 4.0?

Über Jahrzehnte wurden Consultants für ihre Fähigkeit geschätzt, über den Tellerrand hinauszublicken. Sie setzten damit neue Impulse und die Klienten profitierten von den Erfahrungen der Consultants. Durch ihre Einblicke in verschiedene Organisationen entwickelten sie Modelle und Methoden, die sie für die Lösung vermeintlich vergleichbarer Probleme nutzen konnten. Schließlich kannten sie zahlreiche Best Practice, die ihre Thesen gestützt haben.

Doch so funktioniert diese Dienstleistung heute nicht mehr. Es gibt nämlich keine Schablonen, die sich über sämtliche Problematiken legen lassen. Auch mangelt es an Best Practices im Bereich zukunftsweisender Techniken, innovativer Lösungen und disruptiver Geschäftsmodelle.

Es geht heute mehr denn je darum, ein Problem als Ganzes zu betrachten und sicherzustellen, dass es auch an der richtigen Stelle angepackt wird. Unternehmer oder Manager berichten oft von Schwierigkeiten in einem ganz konkreten Bereich. Aber das Kernproblem liegt manchmal an einer ganz anderen Schnittstelle.

Wenn schablonenartige Vorgehensweisen und Methoden für zukünftige Herausforderungen nicht mehr funktionieren, ist die Erfahrung und Expertise gefragt, mit der ich in meiner Unternehmensberatung in Hamburg arbeite.

Was spricht für eine Inhouse Beratung?

Vieles! Denn die Umwälzungen berühren jeden Aspekt heutiger Geschäftstätigkeiten. Diese sind oftmals überfordert von der Komplexität, die neue technische Lösungen mit sich bringen. Consultants können durch ihre Fachexpertise und ihre Erfahrung dabei helfen, einen ganzheitlichen Ansatz für die Veränderung einer Organisation zu finden. Sie unterstützen und begleiten ihre Kunden von der Analyse des Problems bis zur Einführung neuer Lösungen.

Was ist der Unterschied zur klassischen Beratung?

Damals wurden Consultants für ihre klugen Analysen geschätzt. Heute konkurrieren sie zunehmend mit künstlicher Intelligenz. Mit künstlichen neuronalen Netzwerken und Softwareanalysetools lassen sich große Datenmengen automatisiert durchforsten, auf Muster hin analysieren, strukturieren und Wirkungszusammenhänge daraus erschließen. Unternehmen betreten mit diesen neuartigen Lösungen ein völliges Neuland und für diesen Schritt brauchen sie Lösungen.

Beratungsthemen

Die digitale Transformation umfasst eine große Bandbreite an Themen, wie etwa Factoring 4.0, E-Business, Big Data oder den Einsatz von Augmented Reality. Aber auch die Entwicklung in Richtung New Work fordert neue Denkweisen sowie Expertise in agilen Arbeitsmethoden und Change Management.

Heute treten Consultants oft als Einzelperson nach vorn, schreiben, berichten oder bloggen über deren Erfahrungen. Ihre Expertise ist damit nach außen hin sichtbar. Sie erweitern außerdem ihr Portfolio, indem sie sich mit anderen Experten zusammen tun und damit ein übergreifendes Netzwerk aufbauen.

Beratungsprozesse

Berater begleiten die Veränderungen als Coaches und unterstützen die Mitarbeiter dabei, sich neue Formen der Zusammenarbeit oder auch zukunftsweisende Technologien zu erschließen. Diese Art der unterstützenden Begleitung, Moderation und Know-how-Vermittlung löst das klassische Projektmanagement ab.

Beraterkompetenz

Consultants leben von ihrer Expertise, Daten und Erfahrung. Doch Anbieter wie Amazon, Apple, SAP und insbesondere Google verfügen über exzellente Daten, die früher nur durch aufwändige und fundierte Arbeit gesammelt werden konnten. Auch Organisationen besitzen heute weitaus bessere Expertise als noch vor Jahren.

Hier gilt es ganz besonders, mit einem Wissensmanagement 2.0 ihren Wettbewerbsvorteil zu sichern oder auszubauen. Ständig aktualisierte Informationen und das Interesse an digitalen Neuerungen sind ein großer Wettbewerbsvorteil von Consultants. Und das ist auch gut so. Ihre Konkurrenz steht schließlich schon in den Startlöchern: IT-Berater und spezialisierte Beratungen werden diese innovativen und lukrativen Bereiche besetzen, sollten sich klassische Experten nicht darauf einstellen.

Beratungsgeschäftsmodelle

Beratungen bauen oft beeindruckende Netzwerke auf, und diese werden durch das heutige Zeitalter vermutlich noch bedeutsamer werden. Die Vernetzung erfolgt heute immer mehr über Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn. Mussten Manager bei Fachfragen früher externe Hilfeleistung einholen, so ist dies heute über Wikis und Web 2.0 für Unternehmen deutlich einfacher geworden.

Das ersetzt natürlich keine hochqualifizierten Consultants, die dies in der Praxis noch umsetzen können. Jedoch werden Manager deutlich besser informiert sein und das wird den Consultant stärker herausfordern.

Bereits heute müssen sie sich fragen: Brauche ich ein Expertenteam oder reicht es aus, dieses und jenes Know-how bei Bedarf einzukaufen? Solche Überlegungen können Fixkosten reduzieren, da Experten für Spezialkenntnisse nicht notwendigerweise intern vorhanden sein müssen.

Was spricht für mich?

Seit Jahren begleite ich Unternehmen bei Change-Prozessen, New Work und agilem Arbeiten. Ob es um die Digitalisierung von Prozessen geht oder die Einführung von New Work – die Unterstützung bei Prozessveränderung erfordert viel Erfahrung. Ich verwende keine Powerpoint-Schablonen, um von meiner Expertise zu überzeugen. So funktioniert die heutige Welt nicht mehr.

Ziel eines Projekts muss es sein, nicht nur belastbare Ergebnisse zu erzielen, sondern auch der Organisation neue Arbeits- und Denkweisen beizubringen. Mein Ziel ist es, dass der Kunde selbst nach Abschluss eines Projekts die neuen Methoden nutzen kann, um seine Herausforderungen anzugehen.

Angesicht der immer größer werdenden Menge an Daten und Wissen über Trends, Modelle und Methoden ist meine Rolle auch die eines Coaches und einer Vertrauensperson. Ich setze meine persönlichen Fähigkeiten ein, die es dem Kunden ermöglichen, sich für die Zukunft zu rüsten.

Was spricht gegen einen solchen Einsatz?

Eine Herausforderung besteht vor allem in der Akzeptanz durch die Mitarbeiter. Die Anforderungen an diese sind hoch, denn gerade diese müssen Veränderungen akzeptieren und leben. Dies kann schnell zur Frustration führen und gerade hier braucht es Fingerspitzengefühl.

Auch werden durch die Spezialisierung eventuell mehr Dienstleister benötigt, die entsprechend koordiniert werden wollen. Und natürlich gibt es auch hier ein bekanntes Vorurteil: Spezialisten haben nur den Blick für einen Teilbereich und sehen nicht das große Ganze.

Fazit

Im Consulting 4.0 sehe ist eine große Herausforderung, aber auch eine Chance für Wachstum in den verschiedensten Bereichen. Denn grundsätzlich bietet es zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten und Chancen für Wachstum.

Angesichts der zunehmenden Marktreife und des hohen Wettbewerbsdrucks werden diejenigen Unternehmensberater erfolgreich sein, die die digitale Revolution in all ihren Dimensionen konsequent nutzen, sich ständig verbessern und den meisten Mehrwert für die Klienten zu erzeugen. Dies wird die Karten im Beratermarkt neu verteilen.

Die Beratertätigkeit umfasst eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten. Hier nur einige Beispiele, in welchen Bereichen ich den Einsatz von Beratungsunternehmen für besonders wichtig erachte:

  • Product Leadership: Erfahrungen der Mitarbeiter aber auch der Berater sollten strukturiert und gut aufbereitet in die firmeninternen Suchmaschinen eingehen. Der Vorteil: Wenn Ideen und Konzepte über Corporate Social Networks entwickelt werden, können diese Informationen leichter gespeichert, genutzt und weiterentwickelt werden.
  • Customer Intimacy: Durch die Vernetzung der kundenbezogenen Aktivitäten ist mehr Transparenz möglich. So können Anforderungen schneller und besser erkannt werden. Und diese wertvollen Daten machen es möglich, Dienstleistungen stetig zugunsten der Kundenzufriedenheit zu verbessern.
  • Operational Excellence: Der persönliche Kontakt zum Kunden ist und bleibt extrem wichtig. Doch bei Analysetätigkeiten oder internen Schulungen ist er nicht immer von Nöten. Auch hier kommt es auf eine gesunde Mischung an. Ein weiterer Vorteil der heutigen Zeit: Zeiterfassung, Reisekostenabrechnung, Rechnungsstellung, aber auch das Staffing können erheblich vereinfacht und beschleunigt werden.