Lifestyle Inflation

Abhängigkeitsfalle: Lifestyle-Inflation

Wir alle streben nach Glück. Und nicht selten suchen wir dieses zwischen Gehaltserhöhungen und neuen Statussymbolen. Aber das ist tatsächlich ein großer Trugschluss? Denn mehr Geld macht in den meisten Fällen nicht glücklicher – zumindest nicht auf Dauer.

Die Parkinsonschen Gesetze

Jemand, der sich genau mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, ist der britische Soziologe Cyril Northcote Parkinson. Bereits Mitte der 50er Jahre formulierte er mit einem leicht humorvollen Blick auf die Verwaltungs- und Wirtschaftslehre die Parkinsonschen Gesetze. Durch diese Veröffentlichungen ist er letztendlich auch berühmt geworden.

1979 erschien dann Parkinsons neues Gesetz und somit auch das Gesetz der Verschwendung. Und es ist heute vermutlich aktueller denn je:

Es sagt aus, dass wir Menschen unsere Ausgaben stets an unsere Einnahmen anpassen.

Mehr Geld bedeutet mehr Konsum

Oft bemerken wir diesen Zusammenhang nicht einmal wirklich und der Prozess ist schleichend. Aber wenn wir genauer hinsehen, stellen wir fest, dass mit der letzten Gehaltserhöhung die Anzahl der Lieferdienstbestellungen doch irgendwie gestiegen ist. Und die neuen Schuhe oder das neue Smartphone hätten wir vorher vielleicht auch nicht gekauft.

Dieses Verhalten ist natürlich und menschlich. Wenn wir uns an unsere Ausbildungs- oder Studienzeiten erinnern, ist das wohl der beste Beweis dafür, dass wir in unserem Leben auch schon mit weniger sehr gut ausgekommen sind. Und trotzdem hatten wir nicht das Gefühl, auf alles verzichten zu müssen.

Wir hatten nur andere Ansprüche – eben nicht die Dreiraumwohnung mit Dachterrasse, sondern das Zimmer im Studentenwohnheim. Am Wochenende sind wir mit dem Zug zu unseren Eltern in die Heimat gefahren – nicht mit dem eigenen Auto ins Hotel ans Meer. Trotzdem konnten wir ab und zu Urlaub machen und zwischendurch auch mal ins Kino gehen. Und wir waren glücklich.

Mehr Geld macht nicht zwingend glücklich

Wir können also festhalten: Unser Empfinden von Glück hängt nicht unbedingt davon ab, wie viel Geld wir haben und auch nicht davon, was wir uns von unserem Geld kaufen. Denn dieses gekaufte Glück ist oftmals vergänglich.

Beispielsweise wird das neue, supertolle Smartphone nach kurzer Zeit einfach nur noch ein Handy sein, das seine Dienste erfüllt – aber eben keine großen Emotionen hervorruft. Wir haben uns daran gewöhnt und auch die Werbung ist gut darin uns zu erzählen, dass das nächste supertolle Handy bereits auf uns wartet.

Höher. Schneller. Weiter.

Die Wissenschaft hat sich mit diesem Phänomen natürlich schon ausführlich beschäftigt und herausgefunden, dass unser Gefühl von Glück bei neuen Dingen etwa 3 Monate andauert.

Dabei ist es egal, ob wir von der neuen Jacke, dem Auto oder Smartphone sprechen: Nach 3 Monaten sind wir quasi wieder auf null – genauso glücklich oder unglücklich wie vorher.

Entkomme der Lifestyleinflation

An dieser Stelle wird deutlich, was mit dem Phänomen der Lifestyle-Inflation gemeint ist: Je mehr Geld wir besitzen, desto mehr geben wir aus – wenn wir uns nicht selber austricksen. Und am Ende werden wir doch nicht glücklicher sein.

Bestes Beispiel hierfür sind einzelne Lottogewinner, die ihren Gewinn innerhalb kürzester Zeit für alle möglichen Dinge ausgeben und am Ende weniger besitzen als vor dem großen Gewinn.

Und da Lifestyle-Inflation eben nicht nur die (un-)glücklichen Lottogewinner betrifft, sondern tatsächlich uns alle, ist es wichtig, dieses Phänomen zu verstehen und mit dem eigenen Verhalten entsprechend gegenzusteuern.

Hinterfrage deine Ausgaben

Damit du der Lifestyle-Inflation entkommst, ist es wichtig, die eigenen Ausgaben stets zu hinterfragen und zu priorisieren. Stelle dir bei jeder neuen Anschaffung die Frage, ob du sie wirklich brauchst oder ob es nur der Wunsch nach kurzfristigem Glück ist – das am Ende viel zu schnell verpufft.

Brauchst du wirklich das schnellere Auto oder denkst du es vielleicht nur, weil dein Nachbar sich gerade ein neues Auto angeschafft hat? Und was ist mit der Uhr, für die du in letzter Zeit immer wieder Werbung siehst und über die du schon so oft nachgedacht hast? Eigentlich funktioniert deine Uhr doch noch einwandfrei?

Wer verstanden hat, dass Konsum auf Dauer nicht glücklich macht und sein steigendes Einkommen nicht direkt wieder in Dinge investiert, die nur kurzfristig für positive Gefühle sorgen, hat einige Vorteile:

  • Er ist in der Lage zu sparen und sich nach und nach ein Vermögen aufzubauen, das Sicherheit und Flexibilität ermöglicht.

 

  • Er entkommt der Schuldenfalle, in die viele trotz hohem Einkommen geraten, weil sie ihre eigenen Ansprüche immer höher setzen – Vermeintlich unschlagbaren Leasingangeboten oder 0%-Finanzierungen sei Dank.

 

  • Er vermeidet drohende Zukunftsängste und Sorgen vor Themen wie Altersarmut, weil er in der Lage ist, in seine Zukunft zu investieren.

Rechne dich arm

Es gibt eine gute Möglichkeit, den eigenen Konsum so zu steuern, dass du bei höherem Einkommen nicht direkt auch mehr Geld ausgibst: Rechne dich zu Beginn jeden Monats auf Null.

Das bedeutet, dass du sowohl deine Fixkosten als auch deine variablen Kosten monatlich neu kalkulierst. Anschließend zahlst du dir genau die Summe aus, die du in diesem Monat auch wirklich ausgeben musst und möchtest. Das restliche Geld verschwindet auf Konten, auf die du nicht so einfach Zugriff hast. So schützt du dich selbst vor unnötigem Konsum.

Interessiert dich dieses Thema? In meinem Blog „Kenne deine Ausgaben!“ erkläre ich genauer, was hinter der Idee steckt und warum sie so effektiv ist.

Ein abschließender Denkanstoß:

Es ist rein menschlich, dass wir bei höherem Einkommen auch mehr Geld ausgeben. Allerdings macht dieses MEHR an Geld nicht in jeder Situation oder zwingend glücklich. Vielmehr solltest du in der Lage sein, auch Geld zur Seite zu legen – um dir nach und nach ein sicheres Fundament aufzubauen.

Steckst du vielleicht mitten in einer Abhängigkeitsfalle der Lifestyle-Inflation und weißt nicht, mit wem du darüber sprechen kannst? Dann melde dich gerne bei mir und wir tauschen uns in einem gemeinsamen Gespräch darüber aus.